Maklercourtage-Rechner
Kurz & bündig: Die Maklerprovision berechnen ist essentiell für jeden Immobilienkauf oder -verkauf. Seit 2020 gilt das Bestellerprinzip – wer den Makler beauftragt, trägt mindestens 50% der Kosten. Die Courtage variiert regional zwischen 3% und 7,14% des Kaufpreises (inklusive Mehrwertsteuer). Unser Rechner hilft Ihnen dabei, die exakten Kosten transparent zu ermitteln und Ihre Budgetplanung optimal zu gestalten.
Was ist eine Maklerprovision?
Die Maklerprovision, auch Maklercourtage genannt, ist das Entgelt für die Vermittlungsleistung eines Immobilienmaklers. Sie wird fällig, wenn durch die Tätigkeit des Maklers ein Kaufvertrag zwischen Verkäufer und Käufer zustande kommt. Die Höhe der Provision ist nicht gesetzlich festgelegt, sondern wird zwischen den Parteien vereinbart.
In Deutschland unterliegt die Maklercourtage der Mehrwertsteuer von 19%. Dies bedeutet, dass zu der vereinbarten Nettoprovision noch die Umsatzsteuer hinzukommt. Bei einer vereinbarten Provision von 6% fallen somit tatsächlich 7,14% an (6% + 19% Mehrwertsteuer).
Rechtliche Grundlagen der Maklercourtage
Das Bestellerprinzip seit 2020
Seit dem 23. Dezember 2020 gilt in Deutschland das sogenannte Bestellerprinzip für Wohnimmobilien. Dieses besagt, dass derjenige, der den Makler beauftragt (der "Besteller"), mindestens die Hälfte der Maklercourtage tragen muss. Wird ein Makler sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer beauftragt, teilen sich beide die Kosten zu gleichen Teilen.
Anwendungsbereich der neuen Regelung
Das Bestellerprinzip gilt ausschließlich für:
- Wohnimmobilien (Eigenheime, Eigentumswohnungen)
- Erbbaurechte an Wohnimmobilien
- Grundstücke, die für Wohnbebauung vorgesehen sind
Für Gewerbeimmobilien, Mietvermittlungen und andere Immobilienarten gelten weiterhin die alten Regelungen.
Regionale Unterschiede bei der Maklerprovision
| Bundesland | Übliche Provision (brutto) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Bayern | 6,0% - 7,14% | Traditionell höhere Sätze |
| Baden-Württemberg | 6,0% - 7,14% | Ähnlich wie Bayern |
| Nordrhein-Westfalen | 6,0% - 7,14% | Regionale Schwankungen |
| Hessen | 5,95% - 7,14% | Frankfurt oft höher |
| Berlin | 6,0% - 7,14% | Marktabhängige Schwankungen |
| Hamburg | 5,95% - 7,14% | Premiumlagen oft höher |
| Sachsen | 5,95% - 6,0% | Tendenziell günstiger |
| Brandenburg | 5,95% - 6,0% | Niedrigere Sätze |
Berechnung der Maklercourtage Schritt für Schritt
Grundformel für die Provisionsberechnung
Um die Maklerprovision berechnen zu können, benötigen Sie folgende Angaben:
- Kaufpreis der Immobilie (Grundlage der Berechnung)
- Vereinbarte Provisionshöhe (in Prozent)
- Mehrwertsteuer (19% auf die Nettoprovision)
Rechenbeispiel für eine Immobilie
Angenommen, Sie kaufen eine Eigentumswohnung für 400.000 Euro und die vereinbarte Maklerprovision beträgt 6% netto:
- Nettoprovision: 400.000 € × 6% = 24.000 €
- Mehrwertsteuer: 24.000 € × 19% = 4.560 €
- Gesamtprovision: 24.000 € + 4.560 € = 28.560 €
Alternativ können Sie direkt mit dem Bruttosatz rechnen: 400.000 € × 7,14% = 28.560 €
Wer zahlt die Maklercourtage?
Aufteilung nach dem Bestellerprinzip
Seit der Gesetzesänderung 2020 hängt die Kostenverteilung davon ab, wer den Makler beauftragt hat:
- Verkäufer beauftragt Makler: Verkäufer zahlt mindestens 50%, Käufer maximal 50%
- Käufer beauftragt Makler: Käufer zahlt mindestens 50%, Verkäufer maximal 50%
- Beide beauftragen gemeinsam: Kosten werden zu gleichen Teilen geteilt
Praktische Umsetzung der Kostenaufteilung
In der Praxis bedeutet dies, dass bei einer Gesamtprovision von 7,14% jede Partei maximal 3,57% tragen muss, wenn beide den Makler beauftragt haben. Viele Makler arbeiten heute mit symmetrischen Verträgen, um dem Bestellerprinzip zu entsprechen.
Steuerliche Behandlung der Maklercourtage
Für Käufer von selbstgenutzten Immobilien
Wenn Sie eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen, können Sie die Maklercourtage steuerlich nicht absetzen. Die Kosten erhöhen jedoch die Anschaffungskosten der Immobilie, was bei einem späteren Verkauf relevant werden kann.
Für Vermieter und Kapitalanleger
Bei vermieteten Immobilien können Maklerprovisionen als Anschaffungsnebenkosten über die Abschreibung (AfA) steuerlich geltend gemacht werden. Die Kosten werden über 50 Jahre verteilt abgeschrieben.
Für Verkäufer
Verkäufer können die Maklercourtage als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen, falls die Immobilie vermietet war. Bei selbstgenutzten Immobilien ist ein Abzug nicht möglich.
Verhandlung der Maklerprovision
Spielräume bei der Provisionsverhandlung
Obwohl die Maklercourtage nicht gesetzlich festgelegt ist, haben sich regionale Standards etabliert. Dennoch gibt es Verhandlungsspielräume, besonders bei:
- Hochpreisigen Immobilien
- Mehreren Objekten beim gleichen Makler
- Schwierigen Marktverhältnissen
- Direkter Beauftragung ohne Konkurrenz
Faktoren, die die Provisionshöhe beeinflussen
Verschiedene Faktoren können die Höhe der Maklerprovision beeinflussen:
- Immobilienwert: Bei sehr teuren Objekten sind niedrigere Prozentsätze verhandelbar
- Aufwand: Komplexe Verkäufe können höhere Provisionen rechtfertigen
- Marktlage: In Verkäufermärkten sind Makler eher zu Nachlässen bereit
- Zusatzleistungen: Marketing, Staging oder Gutachten können die Provision beeinflussen
Maklercourtage bei verschiedenen Immobilienarten
Wohnimmobilien
Bei Wohnimmobilien (Eigenheime, Eigentumswohnungen) gelten die strengsten Regelungen. Das Bestellerprinzip ist hier vollumfänglich anzuwenden, und die Provisionsaufteilung ist klar geregelt.
Gewerbeimmobilien
Für Gewerbeimmobilien gelten andere Regeln. Hier kann weiterhin frei vereinbart werden, wer die Maklercourtage trägt. Provisionen sind oft höher und können bis zu 10% oder mehr betragen, da der Vermittlungsaufwand meist größer ist.
Grundstücke
Bei unbebauten Grundstücken hängt die Anwendung des Bestellerprinzips davon ab, ob sie für Wohnbebauung vorgesehen sind. Gewerblich genutzte Grundstücke fallen nicht unter die neuen Regelungen.
Zusätzliche Kosten beim Immobilienkauf
Nebenkosten im Überblick
| Kostenart | Höhe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5% - 6,5% | Je nach Bundesland |
| Notar- und Grundbuchkosten | ca. 2% | Gesetzlich geregelt |
| Maklerprovision | 5,95% - 7,14% | Regional unterschiedlich |
| Finanzierungskosten | 0,2% - 0,5% | Bei Kreditfinanzierung |
| Gesamtnebenkosten | ca. 12% - 16% | Des Kaufpreises |
Budgetplanung mit Nebenkosten
Bei der Finanzplanung sollten Sie alle Nebenkosten berücksichtigen. Ein Beispiel für eine 500.000 Euro teure Immobilie:
- Grunderwerbsteuer (Bayern): 500.000 € × 3,5% = 17.500 €
- Notar- und Grundbuchkosten: 500.000 € × 2% = 10.000 €
- Maklerprovision: 500.000 € × 7,14% = 35.700 €
- Gesamtnebenkosten: 63.200 €
Häufige Fehler bei der Provisionsberechnung
Netto- und Bruttoverwechslung
Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Netto- und Bruttobeträgen. Wenn ein Makler "6% Provision" angibt, sollten Sie nachfragen, ob dies netto oder brutto gemeint ist. Der Unterschied beträgt immerhin 19% Mehrwertsteuer.
Unklare Vertragsgestaltung
Viele Probleme entstehen durch unklare Maklerverträge. Achten Sie darauf, dass eindeutig geregelt ist:
- Höhe der Provision
- Wer zahlt welchen Anteil
- Wann wird die Provision fällig
- Unter welchen Umständen entfällt sie
Vergessen der Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer wird oft übersehen, macht aber einen erheblichen Betrag aus. Bei einer 30.000 Euro Nettoprovision sind das zusätzliche 5.700 Euro.
Digitale Tools zur Provisionsberechnung
Vorteile von Online-Rechnern
Moderne Maklercourtage-Rechner bieten verschiedene Vorteile:
- Sofortige Berechnung verschiedener Szenarien
- Berücksichtigung regionaler Unterschiede
- Aufschlüsselung aller Kostenkomponenten
- Vergleich verschiedener Provisionsmodelle
Wichtige Features eines guten Rechners
Ein professioneller Rechner sollte folgende Funktionen bieten:
- Eingabe des Kaufpreises
- Auswahl der Region/des Bundeslandes
- Anpassbare Provisionssätze
- Automatische MwSt.-Berechnung
- Aufteilung nach Bestellerprinzip
- Übersicht aller Nebenkosten
Trends und Entwicklungen am Maklermarkt
Auswirkungen des Bestellerprinzips
Seit Einführung des Bestellerprinzips haben sich verschiedene Trends entwickelt:
- Verstärkte Direktvermarktung durch Verkäufer
- Neue Geschäftsmodelle mit reduzierten Provisionen
- Mehr Transparenz bei der Kostenaufteilung
- Professionellere Vertragsgestaltung
Digitalisierung des Maklerberufs
Die Digitalisierung verändert auch den Immobilienmaklerbereich:
- Online-Bewertungstools
- Virtuelle Besichtigungen
- Digitale Vertragsabwicklung
- KI-gestützte Marktanalysen
Alternativen zum klassischen Makler
Discount-Makler und Online-Plattformen
Neue Anbieter bieten reduzierte Provisionen an:
- Festpreismodelle: Feste Gebühr statt Prozentsatz
- Discount-Provisionen: Reduzierte Prozentsätze
- Teilservice-Angebote: Nur bestimmte Leistungen
- Online-Plattformen: Direkte Vermittlung zwischen Parteien
Eigenvermarktung
Viele Verkäufer versuchen, ihre Immobilie selbst zu vermarkten:
Vorteile:
- Keine Maklerprovision
- Vollständige Kontrolle über den Prozess
- Direkter Kundenkontakt
Nachteile:
- Hoher Zeitaufwand
- Fehlendes Fachwissen
- Keine professionelle Vermarktung
- Rechtliche Risiken
Tipps zur Kostensenkung
Verhandlungsstrategien
- Mehrere Angebote einholen: Vergleichen Sie verschiedene Makler
- Direktansprache: Kontaktieren Sie erfolgreiche Makler direkt
- Paketverhandlungen: Bei mehreren Objekten bessere Konditionen aushandeln
- Zeitpunkt beachten: In schwächeren Marktphasen sind Nachlässe eher möglich
Kostentransparenz einfordern
Verlangen Sie eine detaillierte Aufstellung aller Kosten und Leistungen. Seriöse Makler stellen diese transparent dar und erklären den Gegenwert ihrer Provision.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist die durchschnittliche Maklerprovision in Deutschland?
Die durchschnittliche Maklerprovision liegt zwischen 5,95% und 7,14% des Kaufpreises (brutto). Regional gibt es deutliche Unterschiede, wobei Bayern und Baden-Württemberg tendenziell höhere Provisionen haben.
Muss ich als Käufer immer Maklerprovision zahlen?
Nein, seit dem Bestellerprinzip zahlen Sie als Käufer nur dann Maklerprovision, wenn Sie den Makler selbst beauftragt haben oder beide Parteien ihn gemeinsam beauftragen. Beauftragt nur der Verkäufer den Makler, trägt dieser die Kosten vollständig.
Kann ich die Maklerprovision von der Steuer absetzen?
Bei selbstgenutzten Immobilien ist die Maklerprovision nicht steuerlich absetzbar. Bei vermieteten Objekten können die Kosten über die Abschreibung geltend gemacht werden.
Wann wird die Maklerprovision fällig?
Die Maklerprovision wird erst nach erfolgreichem Kaufvertragsabschluss fällig. Ohne zustande gekommenen Vertrag besteht kein Anspruch auf Provision.
Ist die Höhe der Maklerprovision verhandelbar?
Ja, die Provisionshöhe ist grundsätzlich verhandelbar. Es gibt keine gesetzlich festgelegte Mindest- oder Höchstgrenze, jedoch haben sich regionale Marktstandards etabliert.
Was passiert, wenn der Kaufvertrag platzt?
Fällt der Kaufvertrag durch Verschulden einer Partei, kann der Makler dennoch Anspruch auf seine Provision haben, wenn er seine Vermittlungsleistung erbracht hat.
Gibt es Unterschiede zwischen Neu- und Gebrauchtimmobilien?
Grundsätzlich gelten die gleichen Provisionsregeln für Neu- und Gebrauchtimmobilien. Bei Neubauträgern ist oft bereits ein Makler eingeschaltet, dessen Provision in den Kaufpreis einkalkuliert ist.
Wie erkenne ich einen seriösen Makler?
Seriöse Makler haben eine Zulassung nach §34c GewO, sind oft in Berufsverbänden organisiert, bieten transparente Kostenaufstellungen und können Referenzen vorweisen.
Kann ich einen Maklervertrag vorzeitig kündigen?
Maklerverträge können unter bestimmten Umständen gekündigt werden. Die Kündigungsmodalitäten sollten im Vertrag klar geregelt sein.
Was kostet ein Makler bei einer 500.000 Euro Immobilie?
Bei einer 500.000 Euro teuren Immobilie und 7,14% Provision fallen 35.700 Euro Maklerkosten an. Je nach Vereinbarung teilen sich Käufer und Verkäufer diese Kosten.
Muss ich Mehrwertsteuer auf die Maklerprovision zahlen?
Ja, auf die Maklerprovision fällen 19% Mehrwertsteuer an. Diese ist zusätzlich zur vereinbarten Nettoprovision zu zahlen.
Gibt es Pauschalgebühren statt Prozentprovisionen?
Ja, einige Makler bieten Festpreismodelle an. Diese können bei hochpreisigen Immobilien günstiger sein als prozentuale Provisionen.
Wie wird die Provision bei Erbengemeinschaften berechnet?
Bei Erbengemeinschaften wird die Provision normal berechnet, jedoch müssen sich die Erben untereinander über die Kostenaufteilung einigen.
Was ist der Unterschied zwischen Courtage und Provision?
Courtage und Provision sind synonym verwendete Begriffe für die Maklergebühr. "Courtage" ist der traditionellere Begriff im Immobilienbereich.
Kann ein Makler seine Provision nachträglich erhöhen?
Nein, die Provision kann nur mit Zustimmung aller Parteien nachträglich geändert werden. Die ursprünglich vereinbarte Höhe ist bindend.