Grundsteuer Rechner – Grundsteuer neu berechnen

Grundsteuer-Rechner

Orientierung nach Grundsteuerreform: Die jährliche Grundsteuer ergibt sich aus dem vom Finanzamt festgesetzten Grundsteuermessbetrag multipliziert mit dem kommunalen Hebesatz (in Prozent). Ermittlung des Messbetrags aus dem Einheitswert / Grundsteuerwert ist hier nicht enthalten — bitte Messbetrag aus dem Bescheid übernehmen. Keine Steuerberatung.

Messbetrag und Hebesatz eingeben, dann „Berechnen“.

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Grundsteuer Rechner – Grundsteuer neu berechnen

  • Die Grundsteuer betrifft nahezu jeden Eigentümer und Mieter in Deutschland – sie wird jährlich fällig und kann je nach Gemeinde erheblich variieren.
  • Seit der Grundsteuerreform gilt ab 2026 eine vollständig neue Berechnungsgrundlage, die Millionen von Bescheiden verändert hat.
  • Mit diesem grundsteuer rechner lässt sich der voraussichtliche Jahresbetrag schnell und unkompliziert ermitteln – ohne Steuerberater und ohne langes Suchen in Bescheiden.
  • Wer seine Immobilie vermietet, kann die Grundsteuer als Betriebskosten auf Mieter umlegen – eine korrekte Berechnung ist daher doppelt relevant.
  • Die tatsächliche Steuerlast hängt von drei Faktoren ab: dem Grundsteuerwert, der Steuermesszahl und dem gemeindlichen Hebesatz.

Was ist die Grundsteuer – und warum wurde sie reformiert?

Die Grundsteuer ist eine der ältesten Steuern Deutschlands. Sie wird von den Gemeinden erhoben und fließt direkt in deren Haushalte. Wer seinen individuellen Betrag ermitteln möchte, kann dafür einen grundsteuer rechner nutzen. Grundsätzlich zahlen sie alle, die Grundeigentum besitzen – also Eigentümer von Wohnhäusern, Gewerbeobjekten, Wohnungen oder unbebauten Grundstücken. Vermieter dürfen sie zudem als Nebenkosten auf ihre Mieter umlegen, weshalb die Steuer indirekt auch Millionen von Mietern betrifft.

Das Bundesverfassungsgericht erklärte die bisherige Berechnungsgrundlage im Jahr 2018 für verfassungswidrig. Der Grund: Die sogenannten Einheitswerte, auf denen die alte Steuer basierte, stammten in Westdeutschland aus dem Jahr 1964, in Ostdeutschland sogar aus dem Jahr 1935. Diese veralteten Werte spiegelten die tatsächlichen Immobilienwerte längst nicht mehr wider und führten zu erheblichen Ungleichbehandlungen – weshalb heute ein grundsteuer rechner auf aktuellen Bemessungsgrundlagen aufbauen muss. Das Gericht setzte eine Frist zur Reform – und der Gesetzgeber handelte.

Mit dem Grundsteuer-Reformgesetz wurde ein neues Berechnungsmodell eingeführt, das ab dem 1. Januar 2026 verbindlich gilt. Wer einen grundsteuer rechner nutzt, kann schnell prüfen, wie sich die Neubewertung auf den eigenen Bescheid auswirkt – denn alle Grundstücke in Deutschland wurden neu bewertet. Für viele Eigentümer bedeutet das: ein neuer Bescheid, ein neuer Betrag – manchmal höher, manchmal niedriger als zuvor.


Das neue Berechnungsmodell: Drei Faktoren, eine Formel

Die Berechnung der Grundsteuer folgt einem klaren Schema, das aus drei aufeinanderfolgenden Schritten besteht – wer dabei auf Nummer sicher gehen möchte, kann einen grundsteuer rechner zur Unterstützung nutzen:

Schritt 1: Grundsteuerwert (früher: Einheitswert)

Der Grundsteuerwert ist der neu ermittelte Wert des Grundstücks oder der Immobilie, den Sie mithilfe eines grundsteuer rechner vorab schätzen können. Er wird vom zuständigen Finanzamt festgestellt und im Grundsteuerwertbescheid mitgeteilt. Für Wohngrundstücke fließen dabei unter anderem folgende Faktoren ein:

  • Bodenrichtwert der Gemeinde
  • Wohnfläche des Gebäudes
  • Nettokaltmiete (statistisch ermittelt, nicht die tatsächliche Miete) – diese Angabe ist besonders wichtig, wenn Sie einen Grundsteuer Rechner nutzen möchten
  • Baujahr des Gebäudes
  • Grundstücksfläche

Für Nichtwohngrundstücke (z. B. Gewerbeimmobilien) gelten abweichende Bewertungsverfahren, die ein grundsteuer rechner entsprechend berücksichtigen sollte.

Schritt 2: Steuermesszahl

Die Steuermesszahl ist ein gesetzlich festgelegter Prozentsatz, der auf den Grundsteuerwert angewendet wird – ein Wert, den Sie auch mit einem grundsteuer rechner schnell ermitteln können. Sie variiert je nach Art des Grundstücks:

GrundstücksartSteuermesszahl (Bundesmodell)
Wohngrundstücke0,31 ‰
Nichtwohngrundstücke0,34 ‰
Unbebaute Grundstücke0,34 ‰
Land- und forstwirtschaftliche Flächengesonderte Regelung

Wer einen Grundsteuer Rechner nutzt, kann anhand dieser Steuermesszahlen schnell ermitteln, welcher Satz für das eigene Grundstück gilt – je nach Art der Nutzung variiert dieser zwischen 0,31 ‰ für Wohngrundstücke und 0,34 ‰ für Nichtwohn- sowie unbebaute Grundstücke, während land- und forstwirtschaftliche Flächen einer gesonderten Regelung unterliegen.

Mehrere Bundesländer haben von der sogenannten Öffnungsklausel Gebrauch gemacht und eigene Landesmodelle eingeführt. Wer einen Grundsteuer Rechner nutzt, wird feststellen, dass Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Niedersachsen nach abweichenden Regeln berechnen. Das Tool berücksichtigt diese Unterschiede automatisch bei der Eingabe des Bundeslandes.

Das Ergebnis aus Grundsteuerwert × Steuermesszahl ergibt den Grundsteuermessbetrag – eine zentrale Rechengröße, die jeder grundsteuer rechner als Zwischenschritt benötigt.

Schritt 3: Hebesatz der Gemeinde

Der Hebesatz ist das entscheidende kommunale Stellrad. Jede Gemeinde legt ihn selbst fest – und er kann sich von Jahr zu Jahr ändern. Er wird in Prozent angegeben und auf den Grundsteuermessbetrag angewendet.

Formel:

Grundsteuer = Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz

Ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung:

RechenpositionWert
Grundsteuerwert200.000 €
Steuermesszahl0,31 ‰
Grundsteuermessbetrag62,00 €
Hebesatz der Gemeinde450 %
Jährliche Grundsteuer279,00 €

Die tatsächlichen Werte hängen stets von den aktuellen Feststellungen des Finanzamts und dem jeweils gültigen Hebesatz der Gemeinde ab.


Bundesmodell vs. Landesmodelle: Was gilt wo?

Die Grundsteuerreform hat Deutschland in zwei Lager geteilt. Die Mehrheit der Bundesländer wendet das sogenannte Bundesmodell an, das auf dem Ertragswert- bzw. Sachwertverfahren basiert. Einige Länder haben jedoch eigene Wege gewählt:

Länder mit eigenem Modell (Öffnungsklausel)

Bayern setzt auf ein reines Flächenmodell: Hier spielen weder Bodenrichtwert noch Mietniveau eine Rolle. Entscheidend sind allein die Fläche des Grundstücks und die Gebäudefläche – multipliziert mit festen Äquivalenzzahlen.

Baden-Württemberg nutzt ein modifiziertes Bodenwertmodell: Nur der Bodenrichtwert und die Grundstücksfläche fließen ein – Gebäude bleiben außen vor.

Hamburg hat ein eigenes Wohnlagenmodell entwickelt, das Zu- und Abschläge je nach Wohnqualität vorsieht.

Hessen und Niedersachsen arbeiten ebenfalls mit Flächenmodellen, die sich im Detail unterscheiden.

Für Eigentümer in diesen Ländern gelten abweichende Eingabegrößen. Das Tool fragt das Bundesland ab und passt die Berechnung entsprechend an.


Hebesätze in Deutschland: Enorme regionale Unterschiede

Der Hebesatz ist der größte Hebel bei der Grundsteuerlast – und er variiert extrem. Während manche Gemeinden Hebesätze von unter 200 % ansetzen, liegen andere weit über 1.000 %. Besonders in finanzschwachen Städten und Ballungsräumen sind die Hebesätze in den letzten Jahren deutlich gestiegen.

Typische Bandbreiten (ohne Gewähr auf Aktualität – bitte stets beim zuständigen Gemeindeamt prüfen):

RegionTypischer Hebesatz (Orientierung)
Ländliche Gemeinden200 % – 400 %
Mittelstädte400 % – 600 %
Großstädte500 % – 900 %
Einzelne Hochsteuer-Kommunenüber 1.000 %

Da Hebesätze jährlich angepasst werden können, empfiehlt es sich, den aktuellen Wert direkt bei der Gemeinde oder auf deren Website zu erfragen. Viele Kommunen veröffentlichen ihre Hebesätze auch im Amtsblatt.


Grundsteuer A und Grundsteuer B: Der Unterschied

In Deutschland wird zwischen zwei Arten der Grundsteuer unterschieden:

Grundsteuer A (agrarisch) gilt für land- und forstwirtschaftliche Betriebe und deren Flächen. Sie wird nach besonderen Bewertungsregeln berechnet und ist für die meisten privaten Eigentümer nicht relevant.

Grundsteuer B (baulich) betrifft alle bebauten und bebaubaren Grundstücke – also Wohnhäuser, Eigentumswohnungen, Gewerbeimmobilien und unbebaute Baugrundstücke. Sie ist die in der Praxis weitaus häufigere Form und der Hauptgegenstand dieses Rechners.

Einige Bundesländer haben zudem eine Grundsteuer C eingeführt, die speziell auf baureife, aber unbebaute Grundstücke abzielt. Sie soll Spekulation eindämmen und Bauland mobilisieren. Die Gemeinden können für diese Grundstücke einen höheren Hebesatz festlegen.


Wer zahlt die Grundsteuer – Eigentümer oder Mieter?

Rechtlich ist der Eigentümer der Steuerschuldner. Er erhält den Bescheid und muss die Steuer an die Gemeinde abführen – in der Regel in vierteljährlichen Raten (zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November).

Vermieter dürfen die Grundsteuer jedoch als Betriebskosten auf die Mieter umlegen, sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist. Das ist in der Praxis die Regel. Mieter zahlen die Steuer also indirekt über die Nebenkostenabrechnung.

Für Eigentümer selbst genutzter Immobilien ist die Grundsteuer nicht als Werbungskosten oder Sonderausgaben von der Einkommensteuer absetzbar. Vermieter hingegen können sie als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Wer seine steuerliche Gesamtbelastung im Blick behalten möchte, findet im Einkommensteuer-Rechner eine hilfreiche Ergänzung.


Einspruch gegen den Grundsteuerbescheid: Wann lohnt es sich?

Mit der Reform haben Millionen Eigentümer neue Bescheide erhalten – und nicht alle sind fehlerfrei. Fehler können sich bei der Erfassung von Grundstücksdaten, der Wohnfläche oder dem Baujahr einschleichen. Wer seinen Bescheid prüfen möchte, sollte folgende Punkte kontrollieren:

  1. Grundstücksfläche: Stimmt die im Bescheid genannte Fläche mit dem Grundbuch überein?
  2. Wohnfläche: Wurde die tatsächliche Wohnfläche korrekt erfasst (Wohnflächenverordnung beachten)?
  3. Baujahr: Ist das angegebene Baujahr des Gebäudes zutreffend?
  4. Bodenrichtwert: Wurde der richtige Bodenrichtwert für die Lage des Grundstücks verwendet?
  5. Grundstücksart: Ist die Einordnung als Wohn- oder Nichtwohngrundstück korrekt?

Gegen fehlerhafte Bescheide kann innerhalb der gesetzlichen Einspruchsfrist (in der Regel einen Monat nach Bekanntgabe) Einspruch beim zuständigen Finanzamt eingelegt werden. Bei komplexen Fällen empfiehlt sich die Hinzuziehung eines Steuerberaters oder Fachanwalts für Steuerrecht.


Grundsteuer und Immobilienkauf: Was Käufer wissen sollten

Wer eine Immobilie kauft, übernimmt auch die Grundsteuerpflicht – ab dem Zeitpunkt des wirtschaftlichen Übergangs, der im Kaufvertrag geregelt ist. Käufer sollten daher vor dem Abschluss folgende Punkte klären:

  • Wie hoch ist die aktuelle Grundsteuer? Der Verkäufer kann den letzten Bescheid vorlegen.
  • Ist der Hebesatz der Gemeinde stabil oder steigt er? Ein Blick in die Haushaltslage der Gemeinde kann aufschlussreich sein.
  • Gibt es Rückstände? Offene Grundsteuerschulden können auf den Käufer übergehen.
  • Wie wurde die Immobilie bewertet? Der Grundsteuerwertbescheid gibt Auskunft über die Bewertungsgrundlage.

Beim Immobilienerwerb fallen zudem weitere Kosten an – von der Grunderwerbsteuer bis zu Notargebühren. Eine umfassende Finanzplanung ist daher unerlässlich.


So nutzen Sie dieses Tool optimal

Der Grundsteuer Rechner ist so konzipiert, dass er auch ohne Vorkenntnisse bedienbar ist. Folgende Angaben werden benötigt:

  • Bundesland (zur Auswahl des richtigen Berechnungsmodells)
  • Art des Grundstücks (Wohngrundstück, Nichtwohngrundstück, unbebautes Grundstück)
  • Grundsteuerwert (aus dem Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts)
  • Hebesatz der Gemeinde (in Prozent, beim Gemeindeamt erfragbar)

Das Tool berechnet daraus automatisch den Grundsteuermessbetrag und die jährliche sowie monatliche Steuerlast. Das Ergebnis ist ein Orientierungswert – für die rechtsverbindliche Festsetzung ist stets der amtliche Bescheid maßgeblich.


Häufige Missverständnisse rund um die Grundsteuer

„Die Reform bedeutet automatisch höhere Steuern." – Das stimmt nicht pauschal. Zwar haben viele Gemeinden ihre Hebesätze angepasst, doch das Ziel der Reform war Aufkommensneutralität. In der Praxis gibt es sowohl Gewinner als auch Verlierer – je nach Lage, Grundstücksart und Gemeinde.

„Der Grundsteuerwert entspricht dem Marktwert." – Nein. Der Grundsteuerwert ist ein steuerlicher Bewertungswert, der nach gesetzlichen Vorgaben ermittelt wird. Er kann erheblich vom tatsächlichen Verkehrswert abweichen.

„Mieter müssen die Grundsteuer nicht zahlen." – Rechtlich korrekt, wirtschaftlich falsch. Über die Nebenkostenabrechnung tragen Mieter die Grundsteuer in der Regel vollständig mit.

„Der Hebesatz ist bundesweit einheitlich." – Falsch. Jede Gemeinde setzt ihren Hebesatz eigenständig fest. Die Unterschiede zwischen den Kommunen können erheblich sein.


Grundsteuer im europäischen Vergleich

Deutschland ist nicht das einzige Land, das eine Grundsteuer kennt – aber die Ausgestaltung unterscheidet sich erheblich. In vielen europäischen Ländern orientiert sich die Grundsteuer stärker am Marktwert der Immobilie und wird häufiger aktualisiert. In Deutschland war die lange Bindung an veraltete Einheitswerte ein Sonderweg, der nun durch die Reform korrigiert wurde.

Die Grundsteuerquote – also der Anteil der Grundsteuereinnahmen am Bruttoinlandsprodukt – liegt in Deutschland im europäischen Mittelfeld. Für die Gemeinden ist sie jedoch eine der wichtigsten Einnahmequellen, da sie nicht mit Bund und Ländern geteilt werden muss.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird die Grundsteuer in Deutschland berechnet?

Die Grundsteuer ergibt sich aus dem Produkt von Grundsteuerwert (bzw. Einheitswert), Steuermesszahl und dem gemeindlichen Hebesatz. Seit der Grundsteuerreform gelten in den meisten Bundesländern neue Bewertungsverfahren, die schrittweise in Kraft getreten sind. Der Rechner berücksichtigt die aktuellen gesetzlichen Grundlagen und gibt Ihnen eine verlässliche Orientierung.

Was ist der Unterschied zwischen Grundsteuer A und Grundsteuer B?

Die Grundsteuer A betrifft land- und forstwirtschaftliche Betriebe und Flächen, während die Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstücke gilt. Für die meisten Hauseigentümer und Wohnungsbesitzer ist daher die Grundsteuer B relevant. Einige Bundesländer haben zudem eine Grundsteuer C für baureife, aber unbebaute Grundstücke eingeführt.

Was versteht man unter dem Hebesatz der Gemeinde?

Der Hebesatz ist ein von der jeweiligen Gemeinde festgelegter Prozentsatz, mit dem der Steuermessbetrag multipliziert wird, um die tatsächlich zu zahlende Grundsteuer zu ermitteln. Die Hebesätze variieren je nach Gemeinde erheblich und können jährlich angepasst werden. Aktuelle Hebesätze erfragen Sie direkt bei Ihrer Gemeindeverwaltung oder entnehmen diese dem aktuellen Bescheid.

Welche Auswirkungen hat die Grundsteuerreform auf meinen Bescheid?

Durch die Grundsteuerreform wurden die Berechnungsgrundlagen in Deutschland grundlegend neu geregelt, da die bisherigen Einheitswerte als verfassungswidrig eingestuft worden waren. Die neuen Grundsteuerwerte basieren je nach Bundesland auf unterschiedlichen Modellen, etwa dem Bundesmodell oder länderspezifischen Regelungen. Ob Ihre Grundsteuer gestiegen oder gesunken ist, hängt vom jeweiligen Bundesland, der Gemeinde und den Eigenschaften Ihres Grundstücks ab.

Wer ist zur Zahlung der Grundsteuer verpflichtet?

Zur Zahlung der Grundsteuer ist grundsätzlich der Eigentümer des Grundstücks verpflichtet, unabhängig davon, ob das Grundstück selbst genutzt oder vermietet wird. Bei vermieteten Immobilien kann die Grundsteuer als Betriebskosten auf die Mieter umgelegt werden, sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist. Maßgeblich ist stets der Grundsteuerbescheid des zuständigen Finanzamts.

Wann und wie oft muss die Grundsteuer bezahlt werden?

Die Grundsteuer wird in der Regel vierteljährlich fällig, üblicherweise zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November eines Jahres. Auf Antrag kann bei kleineren Beträgen auch eine jährliche Zahlung vereinbart werden. Die genauen Zahlungsmodalitäten entnehmen Sie Ihrem aktuellen Grundsteuerbescheid.

Kann ich gegen meinen Grundsteuerbescheid Einspruch einlegen?

Ja, gegen einen Grundsteuerbescheid kann innerhalb der gesetzlich vorgesehenen Frist Einspruch beim zuständigen Finanzamt eingelegt werden. Ein Einspruch ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Sie der Meinung sind, dass der Grundsteuerwert oder die Steuermesszahl fehlerhaft festgesetzt wurden. Es empfiehlt sich, im Zweifelsfall steuerrechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Ist die Grundsteuer steuerlich absetzbar?

Für selbst genutzte Immobilien ist die Grundsteuer in der Regel nicht als Werbungskosten absetzbar. Bei vermieteten Grundstücken hingegen kann die Grundsteuer als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht werden. Für gewerblich genutzte Immobilien gilt die Grundsteuer als Betriebsausgabe und mindert entsprechend den steuerpflichtigen Gewinn.

Wie wirkt sich der Hebesatz der Gemeinde auf meine Grundsteuer aus?

Der Hebesatz ist der entscheidende kommunale Multiplikator, den jede Gemeinde in Deutschland individuell festlegt – er kann je nach Standort erheblich variieren. Ein höherer Hebesatz bedeutet direkt eine höhere Grundsteuerzahlung, selbst wenn der Grundsteuermessbetrag identisch ist. Wer in eine andere Gemeinde zieht oder ein Grundstück in einer anderen Stadt besitzt, sollte den dort geltenden Hebesatz unbedingt in die Kalkulation einbeziehen.

Kann ich die Grundsteuer als Mieter oder Vermieter steuerlich absetzen?

Vermieter können die Grundsteuer als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung steuerlich geltend machen, was die tatsächliche Belastung reduziert. Mieter profitieren indirekt, da Vermieter die Grundsteuer im Rahmen der Betriebskostenabrechnung auf die Mieter umlegen dürfen, sofern dies im Mietvertrag vereinbart ist. Eine direkte steuerliche Absetzbarkeit für selbst genutztes Wohneigentum besteht in der Regel nicht.

Was passiert, wenn ich die Grundsteuer nicht oder zu spät bezahle?

Bei verspäteter Zahlung erhebt das Finanzamt oder die Gemeinde Säumniszuschläge, die sich nach den jeweils geltenden gesetzlichen Regelungen richten und schnell zu einer spürbaren Mehrbelastung führen können. Im Wiederholungsfall oder bei dauerhafter Nichtzahlung drohen Vollstreckungsmaßnahmen wie Pfändungen. Es empfiehlt sich daher, die Grundsteuer fristgerecht zu den festgesetzten Quartalsterminen zu entrichten oder einen Dauerauftrag einzurichten.

Wie oft wird der Grundsteuerbescheid aktualisiert?

Der Grundsteuerbescheid wird in der Regel neu ausgestellt, wenn sich wesentliche Faktoren ändern – etwa durch eine Neubewertung des Grundstücks, eine Änderung des Hebesatzes durch die Gemeinde oder bauliche Veränderungen am Objekt. Im Zuge der Grundsteuerreform wurden in vielen Bundesländern neue Bescheide auf Basis der aktualisierten Grundsteuerwerte verschickt. Grundstückseigentümer sollten jeden neuen Bescheid sorgfältig prüfen und bei Unstimmigkeiten fristgerecht Einspruch einlegen.

Gibt es Unterschiede bei der Grundsteuer zwischen den Bundesländern?

Ja, durch die Grundsteuerreform haben die Bundesländer die Möglichkeit erhalten, eigene Landesgesetze zu erlassen, was zu teils erheblichen Unterschieden im Berechnungsmodell führt. Einige Bundesländer folgen dem Bundesmodell, während andere – wie Bayern, Baden-Württemberg oder Hamburg – eigene Berechnungsansätze gewählt haben. Dies bedeutet, dass die Grundsteuerbelastung für vergleichbare Grundstücke je nach Bundesland deutlich unterschiedlich ausfallen kann.

Wann und wie kann ich Einspruch gegen meinen Grundsteuerbescheid einlegen?

Einen Einspruch können Sie innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids schriftlich beim zuständigen Finanzamt oder der Gemeinde einlegen. Häufige Gründe für einen Einspruch sind fehlerhafte Angaben zur Grundstücksfläche, falsch angesetzte Bodenrichtwerte oder Rechenfehler im Bescheid. Es empfiehlt sich, den Einspruch klar zu begründen und relevante Unterlagen beizufügen; im Zweifel kann steuerrechtliche Beratung sinnvoll sein.

Wie berechne ich die Grundsteuer für ein neu gebautes Haus?

Für einen Neubau wird zunächst ein Grundsteuerwert durch das Finanzamt festgestellt, der auf dem Bodenwert und dem Gebäudewert basiert – die genaue Methode hängt vom jeweiligen Landesrecht ab. Anschließend wird dieser Wert mit der gesetzlich festgelegten Steuermesszahl multipliziert, um den Grundsteuermessbetrag zu ermitteln, der dann mit dem gemeindlichen Hebesatz zur endgültigen Grundsteuer führt. Da bei Neubauten oft noch keine vollständigen Bewertungsgrundlagen vorliegen, kann die endgültige Festsetzung etwas Zeit in Anspruch nehmen – der Rechner gibt hier eine erste Orientierung.